Dieses Eichhörnchen macht etwas völlig Untypisches

Der Zwerg und ich jäten mal wieder Unkraut. Ausnahmsweise schweigen wir. Man hört nur die Vögel zwitschern und das Rauschen der Bäume. Plötzlich zupft mich der Zwerg am T-Shirt und zeigt auf den Haselnussbaum.
„Was ist denn da?“
Der Zwerg legt seinen Finger an den Mund und zeigt wieder auf die Haselnuss. Jetzt sehe ich es auch:
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Baumscheiben in Berlin #6 Schiff ahoi!

Vor einigen Wochen veränderte sich gegenüber unserer Kita etwas. Die Baumscheibe auf der anderen Straßenseite war plötzlich mit einer Holzreling eingefasst, die Erde war sattbraun und voller kleiner Pflanzen. Ein hübsches grünes Schiff mitten in der Stadt.

Baumscheibe mit grüner Reling und mehreren Pflanzen

Darüber baumelte etwas. Ein Fahrrad. Mit einem Schild.

Baumscheibe mit Fahrrad, das an dem Baum befestigt istm

Ich sah es mir näher an. Man solle hier bitte keine Fahrräder abstellen, denn es werde gepflanzt.
Hübsche Idee. Ich machte Fotos für meine Baumscheiben-Sammlung.

Das Beet-Konzept schien zu funktionieren. In den nächsten Wochen wuchsen die Pflänzchen, und das einzige Rad, das ich in der Nähe der Baumscheibe sah, war das Schwebe-Rad.

Irgendwann – ich vermute, es hatte Zusammenstöße von Verkehrsteilnehmern mit der Reling gegeben – rüsteten die Gestalter der Baumscheibe auf. Als ich morgens den Zwerg zur Kita brachte, ragten bunte Schwimmnudeln wie Galeonsfiguren an den Frontpfosten in die Höhe.

Jeweils rote und grüne Schwimmnudel an die beiden Frontpfosten der Baumscheibe gebunden

‚Die bleiben voll in ihrem Farbkonzept‘, dachte ich noch.
Ein paar Tage später war dann plötzlich die gesamte Reling weg. Zum Fotografieren hatte ich keine Zeit. Aber das wollte ich am nächsten Tag nachholen.
Tja. Was du heute kannst besorgen … Ich kam zu spät. Am nächsten Tag waren nämlich auch die Pflanzen weg.
Nur das Fahrrad hing trostlos am Baum.  😦

Nackte Baumscheibe

Und da hängt es noch immer.

Ich habe keine Ahnung, was sich rund um diese Baumscheibe abgespielt hat.
Für mich ist sie ein Schiff, das für ein paar Wochen herausgeputzt vor unserer Kita im Hafen lag. Dann hat es die Anker gelichtet und ist weitergezogen.

Baumscheibe ahoi!

 

 

 

The one and only Himbeere

Himbeeren sind mit das Köstlichste, was die Beeren-Welt zu bieten hat. In meinem ersten Gartensommer (also letztes Jahr) habe ich die meisten Himbeeren verpasst. Das sollte mir dieses Jahr nicht so gehen. Einen ganzen Korb voll wollte ich ernten. Aber wie es mit guten Vorsätzen oft ist – zur Zeit der Reife waren wir überall, nur nicht im Garten.
Fazit: ein Strauch voller Himbeeren, bloß leider alle vertrocknet. :-/

Doch dann, als ich schon gar nicht mehr damit rechne, betrete ich den Garten und sie springt mir förmlich ins Auge: die Eine!

Reife Himbeere am Strauch
Die Eine, die sich für mich aufgespart hat. Knallrot hängt sie da, neben ihrer verschmähten violetten Schwester. Eine Himbeere, unversehrt und in voller Pracht.
Ich zupfe sie vom Strauch und bette sie in die Mulde meiner rechten Hand. Was soll ich nun mit ihr machen? Etwa aufessen? Nein, das bringe ich nicht fertig.
Ich trage sie vorsichtig nach hinten und suche eine ihr würdige Unterlage. Also, so würdig, wie es die Ausstattung meiner Laube hergibt. Ein golddurchwirktes Brokat-Kissen ist es leider nicht, aber was ich finde, geht mit etwas Phantasie als Bleikristall-Schale durch.

Einzelne rote Himbeere auf einem Glasschälchen liegend

Da liegt sie nun, inmitten eines geschliffenen Strahlenkranzes. Die Himbeere, der Solitär meines Gartensommers. Fruchtgewordene süße Kostbarkeit …
Der Zwerg biegt um die Ecke. „Mama, was hast du da?“
„Eine – nein, die Himbeere dieses Sommers, mein Kind.“
„Darf ich sie essen?“
Essen? Meine Himbeer-Schönheit? Einfach so?

Ich werfe einen Blick auf den Strauch und die vielen vertrockneten Schwestern meines Prachtstücks. Die niemand gegessen hat. Schön sind sie nicht mehr.
„Hier“, ich reiche dem Zwerg das Schälchen, „lass sie dir schmecken.“

 

 

 

 

Baumscheiben in Berlin #5 Kunstwerk

Letztens habe ich eine ganz besondere Baumscheibe entdeckt:

Baumscheibe KlaraLi von Weitem

Gestaltet wurde die Baumscheibe, nein, eher: das Beet, von KlaraLi. Es flankiert den Eingang zu ihrem Atelier in der Oderberger Straße.

Schild mit Aufschrift KlaraLi an einem Baum

Kommt näher, geht um das Beet herum und geht immer wieder in die Hocke – es lohnt sich!

Baumscheibe KlaraLi mit Foto und Blumentöpfen

So viele kleine Details,

Baumscheibe KlaraLi Tannengrün mit bunten Schleifen und Scherben

liebevoll eingearbeitete und arrangierte Stoffblüten

Baumscheibe KlaraLi mit eingearbeiteten BlütenBaumscheibe Klara weiß-violette Blumen

 

und buntes Porzellan.

Baumscheibe KlaraLi bunte Porzellantasse mit rotem Schleifenband

Man kann sich gar nicht satt sehen an der Fülle, die prachtvoll und lieblich zugleich ist.

Baumscheibe KlaraLi hinterer Teil mit Blumentöpfen und BlumenEs gibt noch viel mehr zu entdecken. Geht hin und schaut euch die Baumscheibe, nein, das Beet, nein, das Kunstwerk an. 🙂

Sommerfest in der Kleingartenkolonie? Da gibt’s was auf die Ohren!

Grillgeruch, leise Musik und bunte Lichter empfangen uns. Das Sommerfest auf der Vereinsparzelle ist in vollem Gange. Wir finden ein freies Biertisch-Ensemble zwischen einer Seniorengruppe und einer Clique, die enthusiastisch kleine Glasfläschchen auf die Tischplatte knallt. Die Musik ist besser als befürchtet, die Bedienung schnell und freundlich. Im Handumdrehen haben wir (Claudi, Martin, ihr Gast, der Mann, der Zwerg und ich) Bier, Wein, Apfelschorle, Wasser und andere, ungeahnte Getränke vor uns stehen.
„Ich hab heute Nachmittag zwei Burger bei Manni vorbestellt“, sagt der Mann.
Ich wusste gar nicht, dass man Burger vorbestellen konnte. Aber ich war ja auch mit anderen Dingen beschäftigt.

Dach des Vereinszeltes von innen. Bunte Lichter

Während der Mann an Mannis Gasgrill ansteht, gibt es einen abrupten Musikwechsel. Wo eben noch Motown-Rhythmen mein Ohr entzückten, besingt nun Heino seine Barbara**. In dem Moment, in dem ich meine Augen verdrehe, kommt Leben in die Seniorengruppe. Ein Paar steht auf und eröffnet die bisher leere Tanzfläche. Andere folgen, und schon haben wir den schönsten Schwof. Gott sei Dank kommt bald der Mann mit unseren Burgern und ich kann mich auf andere Dinge als diese schreckliche Musik konzentrieren. (Z. B. wundere ich mich mal wieder, wie viel Fleisch ich esse, sobald ich die Kleingartenkolonie betrete.)

Wir essen, trinken und unterhalten uns durch den Abend. Die Musik verweilt eine Weile bei Heino,

 
wechselt dann zu Andrea Berg, um endlich bei Interpreten Halt zu machen, die ich zwar nicht kenne, aber halbwegs erträglich finde. Ich schaue auf meine Birkenstocks, beschließe, dass man damit tanzen kann, und ziehe den Mann auf den Dancefloor. Wozu haben wir schließlich jahrelang Tanzkurse besucht?

So hoppeln wir einträchtig zwischen jungen und alten Gartenfreunden, aufgebrezelten Teenagern und gediegenen Mittfünfzigern herum. Irgendwann entern die Kinder die Tanzfläche und ich beobachte mit sentimentalen Mutteraugen, wie der Zwerg mit einem gleichaltrigen blonden Mädchen tanzt. Seine Bewegungen sehen aus, als würde er einem Hagelsturm ausweichen. Alles in allem scheinen er und seine Tanzpartnerin aber gut klarzukommen.

Leider müssen wir irgendwann nach Hause, denn in unserer Laube können wir momentan nicht übernachten. 😦

Laube voller Gerümpel

Wir packen den Zwerg in den Anhänger und karren in der Dunkelheit zur S-Bahn. Dabei beschließen wir das nächste Projekt: Laube entrümpeln. Damit wir beim nächsten schönen Abend endlich wieder im Garten bleiben können.

 

** Wer sich das anhört, ist selbst schuld. Wir konnten leider nicht anders. 😉

Unkraut im Beet, Chaos im Kopf

Nach meinem Arbeitseinsatz am Vereinszelt geht es auf Parzelle munter weiter. Bis das Vergnügen (=Sommerfest) beginnt, gibt es noch einiges zu tun. Der Mann schneidet die Hecken, ich will das wild wuchernde Unkraut drastisch minimieren.

Doch es ist wie verhext: kaum lasse ich mich in einer Ecke nieder, um das Unkraut zu bekämpfen, ruft der Mann. Ich gehe los, lege meine Geräte an einen gut sichtbaren Ort

Gartengeräte Rosenschere, Harke, Besen

und schaue nach, was der Mann braucht.
Er steht auf der Leiter. Mal ist ihm das Kabel aus der Heckenschere geflutscht, mal bittet er mich zu beurteilen, ob die Schnittlinie gerade ist. Ein andermal soll ich die Leiter festhalten, die in der weichen Erde versinkt und in bedrohliche Schieflage geraten ist.
Wenn mein jweiliger Hilfseinsatz vorbei ist, versuche ich mich zu erinnern, was ich gerade machen wollte.
Ach ja, das Unkraut im vorderen Beet ausbuddeln. Aber wieso liegen die Geräte nicht da?
Ach ja, weil ich eigentlich die verblühten Rosen abschneiden wollte. Aber wo ist die Rosenschere?
Ach ja, die liegt auf der anderen Seite bei der anderen Rose.
Ein ums andere Mal …

fange ich eine Arbeit an,
helfe dem Mann,
suche meine Geräte,
bemerke dabei eine weitere Unkraut-Baustelle,
gehe dorthin,
folge dem Ruf des Mannes,
gebe dem Zwerg etwas zu trinken,
fahre eine Schubkarre mit Heckenschnitt zum Kompost,
frage mich, wo das Unkraut ist, dass ich eben noch gesehen hatte und jetzt nicht mehr wiederfinde,
schnippele, rupfe, zupfe, buddele,
folge dem Ruf des Mannes,
suche das Schäufelchen …

So vergeht der Tag mit Kopf-Chaos. Die Hecken sehen wieder manierlich aus, die Beete leider nicht ganz so. Aber das ist jetzt auch egal, denn in einer halben Stunde sind wir mit Martin, Claudi und einem Freund der beiden verabredet, der schon einmal mit ihnen auf den Kolonie-Sommerfest war. Und es anscheinend ganz gut fand.
Wir springen unter die Gartendusche, ziehen uns manierliche Kleidung an und sammeln den Zwerg auf Claudis Terrasse ein, wo er mit eisverschmierter Schnute glücklich herumspringt. Zu sechst machen wir uns auf zum großen Fest …

Fortsetzung folgt, in der ihr richtig eins auf die Ohren kriegt. 🙂