Wir rechen, wir rechen, wir rechen den ganzen Tag

Als wir auf unsere Parzelle zugehen, traue ich meinen Augen nicht: Das, was ich erst vor Kurzem mühsam freigelegt habe, ist mit einer neuen (und seeeehr dicken) Schicht aus braunem Laub bedeckt. Herbstlaub
Das Gartentörchen lässt sich kaum öffnen, die Blätter ziehen sich bis in den vorderen Garten, der Rasen ist voll davon.Laub im Eingang 2
„Mann“, sage ich sofort, „dafür brauchen wir die Nachbarschubkarre.“
Die gehört ja quasi uns, aber solange die Nachbarn noch nicht ausgezogen sind, müssen sie selbst die Fluten von Laub damit transportieren.
Der Mann steigt über den Zaun und hebt die Karre rüber. Ein Segen, dass das Bundeskleingartengesetz eine Gartenzäunchenmaximalhöhe vorschreibt.
Und dann wird gerecht, was das Zeug hält. Ich verliere beim Schnick-Schnack-Schnuck und muss fortan die Laubladungen zum Kompostplatz schieben. Mein Trost: Jeder Schritt hält fit.

Nach der Kaffeepause hieven wir das immer noch aufgepumpte Planschbecken aus dem immer noch nicht abgebrochenen Pool. Der Mann hat Desinfektionslösung mitgenommen, um den Beckenboden von den Spuren des Mäusedramas zu befreien. Weil es mich schüttelt, fahre ich freiwillig ganz viele Fuhren Laub weg. Und als ich schließlich fertig bin und der Kolonie-Kompostplatz etwa 3 Meter in die Höhe gewachsen ist, haben Mann und Zwerg das Becken desinfiziert, geschrubbt, abgetrocknet und entlüftet.Planschbecken platt Wir rollen es zusammen, stecken es in einen Müllsack und legen es zum Überwintern in die Laube.

Im Gegenzug packen wir alles Ess- und Trinkbare zusammen. Der Zwerg bietet sich an, das restliche Eis aus dem Tiefkühler fachgerecht zu entsorgenEis am Abend, während wir einen letzten Abwasch machen.

Vollbeladen und mit einem vollgefressenen frierenden Zwerg machen wir uns auf den Heimweg. Nächstes Wochenende werden wir noch mal kommen und uns dem Wasserthema widmen.

Letzte Ruhe im Swimmingpool

Es ist Mitte August, Hochsommer. Zumindest sagen das alle seriösen Kalender. Was sie nicht wissen konnten bei Redaktionsschluss: Vor einer Woche ist es plötzlich November geworden. Moment! November … da war doch was …

Oh ja, da war wirklich was. Und zwar die Abnahme. Also sie war nicht, sondern sie wird leider erst sein: Eine Kleingartenvereinpatrouille wird unseren Garten begehen und sich überzeugen, dass wir all die Rückbau- und Rückschnitt-BefehleVorgaben umgesetzt haben. Als da wären:
Schuppen abschlagen, Swimmingpool bis 30 cm unter der Erde entfernen, Hecke im hinteren Garten auf 1,50 m kürzen, illegales Gartentörchen entfernen, Flieder entfernen, Koniferen entfernen, Eiche entfernen … Oh mein Gott! Das müssen wir alles bis November geschafft haben.
Mit eiskalten Fingern wähle ich die Nummer von Martin, einem Freund, der von Beruf Bauingenieur ist. Vielleicht hat er ja Tipps, welche Firma wir mit den Schuppen- und Poolabbrucharbeiten beauftragen können.
„Das gucke ich mir erst mal an“, sagt er. „Vielleicht kann man es ja selbst machen.“
Selbst? Hmm, ich bin skeptisch. Da ist es ja nicht mit Steinchenklopfen getan. Dafür braucht man Werkzeug! Maschinen! Und zwar richtige!
Bagger

Kurz darauf treffen wir uns im Garten. Martin zückt Zollstock, Notizblock und Kugelschreiber. Der Mann und ich heben die Abdeckung vom Pool, um ihm das ganze Betonausmaß zu zeigen. Fach„männisch“ hocken sich die beiden Männer und der Zwerg auf den Poolrand und schauen in den Abgrund.
SAMSUNG DIGITAL CAMERA

„Mama, da liegt was!“, ruft der Zwerg.
Ich trete näher und werfe einen Blick in den Pool, wo wir unser Planschbecken (noch) verstauen, wenn wir es nicht brauchen. Auf dem Boden des Planschbeckens liegt tatsächlich etwas Dunkles. Ich kann nicht genau erkennen, was es ist.
„Das ist eine Maus“, stellt Martin fest.
So ist es. Jetzt erkenne ich mehrere Köttel auf dem Swimmingpoolrand. Und wie Nick Knatterton kombiniere ich: Maus auf Poolrand gehüpft, unter die Abdeckung geschlüpft, Abgrund nicht gesehen, runtergefallen, Genick …Tote Maus im Planschbecken im Pool
Rest in peace, kleines Mäuschen.
Der Mann holt Handschuhe und bettet das Tierchen um. Das Planschbecken werden wir dann wohl demnächst desinfizieren müssen.

Martin geht derweil herum, klopft gegen Wände und lächelt still vor sich hin. „Dafür würde ich keine Firma holen. Viel zu teuer“, sagt er schließlich. „Ich habe einen Kumpel, den rufe ich mal an, und wenn der Zeit hat, dann helfen wir euch.“
Das klingt nicht schlecht. Fachmännische Unterstützung auf dem Steinbruch. Jetzt kann der November kommen! (Also Kalendarisch. Temperaturtechnisch ist er ja schon längst da.)