Dschungel-Roden ist das neue Unkraut-Jäten – Teil 1

Unkraut ist wie Werbung im Briefkasten, wie graue Haare und wie Weihnachtskram im September – es kommt zuverlässig und niemand bleibt verschont. So weit, so unvermeidlich. Was aber, wenn auf einer Brachfläche plötzlich ein Dschungel wächst, in dem sich ein Mini-Tarzan locker mit seiner Liane von Stängel zu Stängel schwingen könnte? Also ungefähr so:

Dichtes Unkraut, hoch gewachsen

Ja, was dann?
Ein Heckenscheren-Massaker hilft leider nicht wirklich, wie ich schon feststellen konnte. Aber in den Kommentaren zum verlinkten Beitrag habe ich viele gute Ratschläge bekommen, wie ich mit dem Unkraut fertig werden kann. Überzeugt hat mich der Tipp von Frau-Irgendwas-ist-immer, stückweise zu jäten und die freie Fläche gleich mit Gründünger einzusäen. Das erscheint machbar.

Eines Samstags früh fahre ich in den Garten. Allein, denn der Mann hat doch tatsächlich keine Lust, rauszufahren. Und der Zwerg tutet ins selbe Horn. Also lasse ich meine Männer zu Hause rumdümpeln. Man schafft sowieso mehr, wenn man nicht abgelenkt ist.

Ich beschließe, hinten an der Hecke anzufangen und jeweils schmale Streifen freizulegen. Dazu nehme ich Spaten, Schäufelchen, Grubber, einen Sonnenschirm zum In-die-Erde-Stecken und den Gartenschlauch mit. Dann noch einen Laubsack und die Schubkarre.
Ich stoße den Spaten in die Erde, doch die ist so trocken und verdichtet, dass ich einen Presslufthammer bräuchte, um hier durchzudringen. Also sprenge ich das Ganze mit Wasser und warte eine Weile. Danach geht es besser, aber immer noch ziemlich mühsam. Teilweise muss ich mich auf den Spaten stellen, um überhaupt durchzukommen.
Als ich eine Schneise von der Rasenkante bis zum Zaun geschlagen habe, mache ich Pause und betrachte mein Werk.

Freigelegter Erdstreifen zwischen Hecke und Unkraut

Ein Blick auf die Uhr zeigt mir, dass ich dafür 2½ Stunden gebraucht habe. Und das ist nur ein Bruchteil der zu jätenden bzw. zu rodenden Fläche. :-/

Aber was soll’s, ich hab ja nichts Besseres vor und kann bis Ultimo weiterackern. Denn heute werde ich – tadaaa! – zum ersten Mal allein in der Laube übernachten. Ich will die Zeit nutzen und bis zum Einbruch der Dunkelheit so viel vom Dschungel plattmachen, wie nur geht.

Nach einer Weile erkenne ich, dass ich von hinten nach vorn arbeiten muss. Die Erde am Zaun bzw. an der Hecke, die vor dem Zaun wächst, ist butterweich. Ich hole Riesenbrocken heraus und kann damit gleich mehrere Pflanzen auf einmal eliminieren. Je näher ich in Richtung Rasenkante komme, desto fester wird die Erde. Aber ich gebe nicht auf, und gegen 19 Uhr habe ich ein ordentliches Stück des Unkraut-Feldes gerodet.

Die Ausbeute für diesen Tag:

  1. Ein verknackster Fuß, weil ich ungeschickt vom Spaten gesprungen bin
  2. Brennesselschäden an den Unterarmen
  3. Mehrere blaue Flecken an den Schienbeinen
  4. Ein Mini-Sonnenbrand im Nacken, weil die Erde teilweise so fest war, dass ich den Sonnenschirm nicht reinstecken konnte

Ich gieße den Garten und als ich damit fertig bin, dämmert es. Zeit, mich in die Laube zurückzuziehen. Draußen knackt und knistert es, irgendwo klappert eine Tür. Es mulmt ein bisschen in meinem Bauch, also schließe ich von innen ab. Viel Zeit zum Fürchten bleibt aber nicht, denn kaum berührt mein Kopf das Kissen, schlafe ich ein. Kräfte sammeln für morgen, wenn es wieder heißt: Dschungel-Roden ist das neue Unkraut-Jäten.

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Ein Kommentar zu “Dschungel-Roden ist das neue Unkraut-Jäten – Teil 1

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