Es war nur Erde. Was dann geschah, ließ den Mann zur Heckenschere greifen

Zur Erinnerung: So sah die Erde aus, nachdem wir sie aufgeschüttet hatten.

Trümmerfeld mit 10 Kubik Erde bedeckt

Braun, feinkrümelig, jungfräulich. Unser Plan war abzuwarten, wie weit die Erde sich noch setzen würde. Wir wollten ihr dafür richtig viel Zeit geben. Nämlich bis zum nächsten Vorfrühling. Dann, so der weitere Plan, hätte die Erde ihre endgültige Parkposition erreicht und wir könnten die Fläche an die bestehenden Rasenfläche angleichen. Und schließlich würden wir Rasen aussäen, der sich bis zum Sommer zu einem dichten grünen Teppich entwickelt haben würde.
Erst mal fuhren wir zwei Wochen in den Urlaub. Kurz bevor wir abreisten, streckten ein paar Pflänzchen ihre Köpfe aus der Erde heraus. Darüber machte ich mir keine großen Gedanken. Ist ja normal, wenn was wächst.

Als wir aber aus dem Urlaub zurückkamen, empfing uns die grüne Hölle:

Dichtes Unkraut, hoch gewachsen

Das waren nicht ein paar unerwünschte Pflänzchen, sondern eine Vielfalt an unkrautöser Flora, die uns beinahe bis zur Hüfte reichte. Während die Pflanzen in den Beeten unter der Hitze und Dürre litten und ihre Köpfe hängen ließen, stand das Unkraut aufrecht und prall in der betonharten Erde.

Jedes Mal, wenn mein Blick auf die grüne Hölle fiel, entfuhr ein Seufzer meiner Kehle. Und der Mann seufzte eine Tonlage tiefer mit.
„Da hatten wir ja eine tolle Idee“, grummelte ich. „Jetzt hat sich das Unkraut sicher so fest verwurzelt, dass wir es nächstes Jahr nicht mehr rausbekommen.“
„Vielleicht sollten wir es jetzt ausreißen“, schlug der Mann vor.
„Aber wir wollen den Rasen doch erst nächstes Jahr säen. Dann hätten wir ja wieder eine freie Fläche, auf der sich das Unkraut breitmachen kann.“
„Dann lassen wir es halt stehen.“
„Bis zum Winter ist das Zeug dann wahrscheinlich höher als die Hecke.“

Hecke – das war das Zauberwort. Der Mann sprang auf, rannte in die Laube und kam mit unserer elektrischen Heckenschere zurück. Er schwang das Sägeblatt durchs Unkrautfeld, dass die Stängel nur so nach links und rechts flogen. Nach einer Viertelstunde hatte er das gesamte Unkraut niedergemetzelt, bzw. halbhoch gekürzt.

Abgesäbeltes Unkraut

„Und du meinst, das hilft?“
Der Mann ließ die Heckenschere fallen und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Jetzt wissen sie auf jeden Fall, wo der Hammer hängt.“
„Verstehe.“

Das Heckenscheren-Massaker ist jetzt zwei Wochen her. Dem Unkraut hat das nichts ausgemacht. Ich glaube, dass es dadurch sogar noch stärker wurde. Was nun wirklich nicht unsere Absicht war.
Wir haben, vermute ich, die Wahl zwischen:
a) Unkraut so lassen, im Winter absterben lassen und das Feld ent-unkrauten (=weniger arbeitsaufwendig). Dann Rasen aussäen und hoffen, dass nichts von dem anderen Zeug nachwächst.
b) Jetzt das Feld ent-unkrauten (=weitaus arbeitsaufwendiger) und Gründünger pflanzen. Der ist wenigstens erwünscht.

Was würdet ihr uns raten? a oder b?
Oder gibt es noch ganz andere, viel bessere Möglichkeiten? Ich freue mich auf eure Tipps.

 

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14 Kommentare zu “Es war nur Erde. Was dann geschah, ließ den Mann zur Heckenschere greifen

  1. Nach längerem Regen ( wenn der Boden weich ist) rigoros jäten + dann mit Pappkarton oder schwarzer Folie abgedeckt lassen bis zur geplanten Raseneinsaat – sonst kommt es immer wieder 🙂

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  2. Ja, dieses Unkrautvlies ist gar nicht so schlecht. Muss nur gut im Boden verankert werden, damit es beim Sturm nicht wegfliegt.
    Aber ich kann dich trösten . Ich habe letztes Jahr Humus im Beet untergraben (lassen), und heraus kamen eine Milliarde Unkräuter. Jetzt – nach einem Jahr und ewigem Rausreißen – geht es besser.

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    • Das tröstet mich wirklich. Ich dachte schon, wir hätten da ganz schlechte Qualität gekauft. Scheint also normal zu sein. Und wenn man es recht bedenkt – ist es überhaupt möglich, Erde herzustellen, in der keine Unkrautsamen landen?

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  3. Auf alle Fälle Jäten. Ich meine auf den Bildern Quecke zu erkennen. Die werdet ihr sonst nur noch sehr schwer los. Quecke liebt gestörten Boden und wird ihn in der ganzen Tiefe mit Wurzeln durchziehen. Ich bin auch für abdecken, Gründüngung wird sich gegen dieses Unkraut wahrscheinlich nicht durchsetzen. Nehmt keine Recyclingkartons (alle braunen Kartons sind recycled) da sind zuviele Schadstoffe drin.

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  4. dasselbe nochmal und zugleich rasensaat mit klee dazwischen..i( ps ich liebe klee für die bienen und hummeln) und dann immer wieder so schneiden bis die grassaat groß genug ist..dann rasenmähen hochgestellt.. ich mache so aus meinen flächen schöne rasenflächen..gruß wiebke

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  5. Ich würde einjährige Lupine noch aussähen und evt einfach kartoffeln dazwischenstecken. Dies beschattet auch noch mit ihrem kraut den Boden, je höher die Pflanzen um so weniger Wuchs unten.
    Und beim Entent sammelt ihr noch die Quecke heraus.Grüße von Frauke
    Ps. bei mir darf es an etlichen Stellen wuchern da sichtene die Frösche und Kröten, und mehr …

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  6. Immer wenn ihr ein Stück unkrautfrei habt, Gründüngung rein! Wir leben in einer Gegend in der Mutter Natur keinen nackigen Boden toleriert. Selbst wenn der Mutterboden unkrautfrei geliefert wird (das kann man thermisch/chemisch hinbekommen) irgendwelche Samen kommen immer geflogen oder werden rangeschleppt. Also – Unkraut raus, Gründüngung rein, im Winter runterfrieren lassen, im Frühjahr untergraben und dann Grassamen rauf. Ganz einfach! *grins*

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    • Ha, weißt du was? Dass man das ja auch stückweise machen kann, daran habe ich überhaupt nicht gedacht. Das ist die Lösung. Denn die Aussicht, dieses gefühlte Fußballfeld zu jäten, versetzt mich irgendwie in eine Kaninchen-Schreckstellung 😉 So klingt das aber nach einem gangbaren Weg. Vielen Dank für diesen pragmatischen Vorschlag 🙂

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  7. Pingback: Dschungel-Roden ist das neue Unkraut-Jäten – Teil 1 | muss noch gießen

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