Was dieser LKW anliefert, ist zu viel für eine Schubkarre

Morgen ist mal wieder ein großer Tag. Unser ehemaliger Pool, bzw. das jetzt vorhandene Loch, soll mit Erde zugeschüttet werden. Aber die muss erst mal in die Kolonie kommen. Wir sind seit zwei Stunden im Garten und warten auf den erlösenden Anruf der Muttererde-Transport-Firma. Endlich klingelt das Handy, der Mann geht ran.
„Sehr gut, ich lasse Sie rein.“
Wir gehen die 150 Meter zum Kolonie-Parkplatz. Davor steht mit dröhnendem Motor ein weißer LKW. Er ist beladen mit zehn Kubikmetern Muttererde.
Wir öffnen das Tor und der LKW fährt rückwärts bis zur Stelle, die wir zuvor mit rot-weißem Band abgesperrt haben.

LKW rückwärts fahrend

Die Heck-Klappe geht auf und ein Schwall brauner Erde ergießt sich auf den Boden. Viel Erde. Auf einem Haufen.


„Das kriegen wir niemals an einem Tag rübergekarrt.“ Der Mann rauft sich die Haare.
„Beruhige dich.“ Ich tätschele seinen Oberarm. „Yunus hat das im Griff.“
Yunus ist unser türkischer Nachbar. Als wir ihm erzählt haben, dass wir Leute für die Erdbewegung suchen, hat er sofort sein Handy gezückt. „Kein Problem, ich habe genug Cousins.“

Zugesagt haben vier Cousins und Yunus selbst. Zusammen mit dem Mann sind das sechs Leute, die morgen die zehn Tonnen in das große Loch in unserem Garten karren werden. Ich und der Zwerg werden Massenweise Kartoffelsalat, Brötchen, Käse und Putenaufschnitt in den Garten karren, als Treibstoff für die Schwerstarbeiter.

10 Kubikmeter Muttererde

Da stehen wir jetzt also neben unserem Erdhaufen, der markiert ist mit einem dünnen Plastikband. Hoffentlich ist morgen noch genauso viel Erde da wie heute. Denn angeblich gibt es Gartenfreunde, die sich in ähnlichen Fällen gerne mal ein oder zwei Schubkarren für den Eigenbedarf abgezweigt haben.
Wir sehen davon ab, eine Selbstschussanlage zu installieren. Schließlich sind ein oder zwei Schubkarren auch nicht das Problem. Schlimmer wäre es, wenn es regnete. Das wäre unerwünschtes Extra-Gewicht für die Cousins und den Mann.
Also ein Stoßgebet an Petrus geschickt und nach Hause gefahren. Ausruhen vor dem großen Tag.

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