Lebensqualität in Aluminium

Entweder ich bin zu blöd, oder man kann Aufträge für Schildergravur online nicht zielführend auslösen. Bevor ich in die Computermaus beiße, suche ich lieber nach Werkstätten in meiner Umgebung, zu denen ich hingehen und meinen Wünschen Ausdruck verleihen kann.

Ich finde eine Adresse nicht allzu weit entfernt. In der nächstmöglichen Mittagspause schwinge ich mich aufs Rad.
Alles läuft wunderbar, der Herr verspricht mir, dass er zusätzlich zum Schild die Gegenplatte erneuert und die beiden Bohrungen für die Schrauben an exakt dieselbe Stelle setzt. In einer Woche könne ich das Schild abholen. Auf die Frage, wie viel es koste, antwortet er: „Um die 28 Euro plus Mehrwertsteuer.“
Ich schlucke, entscheide mich dann aber dafür, es trotzdem machen zu lassen.

„WAS?!!“, ruft der Mann entsetzt, als ich ihm am Abend stolz verkünde, dass ich das Schilderproblem gelöst habe. „Das sind ja über 30!!!!!! Euro!! Für ein popeliges Schild?“
Bisher dachte ich, nur die beiden Schlüssel seien popelig. Jetzt ist es das Schild auch. Aber er hat ja recht. Ich fand es ja auch teuer.
Also rufe ich in der Werkstatt an, storniere den Auftrag, fahre am nächsten Mittag nochmals hin und hole das popelige Schild wieder ab.
Der Mann und ich einigen uns darauf, dass es ein Kunststoffschild auch tut.

Nächster Besuch beim Mister M. Ich darf hinter die Theke kommen und gemeinsam mit ihm das Schild gestalten. Bohrungen sollten wir besser nicht beauftragen, weil man nie wisse, an welche Stelle die Löcher gesetzt würden. Aber es sei nicht schwierig, sie selbst zu machen. Sei ja Kunststoff.

Als das Schild fertig gestaltet ist (klar, dauert mindestens eine Woche, bis es geliefert wird, aber Vorkasse bitte), erscheint der Preis: 22,80 Euro.
Ich schlucke mal wieder. Das ist auch nicht so viel billiger als das andere und erfordert noch zusätzliche Eigenleistung.
„Findest du nicht auch, dass es ein Gewinn an Lebensqualität ist, wenn wir ein Aluminiumschild mit exakten Bohrungen und einer funkelnagelneuen Gegenplatte am Gartentörchen haben?“, frage ich den Mann am Handy.
Es ist eine rhetorische Frage, denn Lebensqualität mag er ganz gerne.
„Aber jetzt musst du noch mal zur Werkstatt fahren“, sagt er bedauernd.
Tja, das hat man nun davon, dass man Freiberuflerin ist und sich die Zeit einteilen kann. 😉

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s