Von Kinderschubkarren, Grills und Sonnenschirmen

19.1.2014

Es ist herrlichstes Sonnenwetter, als wir in der Kolonie ankommen. Heute haben wir ausprobiert, wie lange man von uns aus mit der S-Bahn braucht. Die Fahrt ist kürzer als der anschließende Fußweg. Insgesamt ist man von Tür zu Tür maximal eine dreiviertel Stunde unterwegs. Wenn die Anschlüsse gut sind, sogar eher eine halbe.
Die Vermietungsfrau und der Vereinsvorsitzende warten schon auf uns, später kommt der Vorpächter, Herr Wuttke, mit seinem Sohn und seinem Enkel. Die Laube wird aufgeschlossen, Gartenstühle werden rausgestellt und mit Polstern versehen. Sogar Kaffee bietet er uns an. Wir bekommen einen ersten Vorgeschmack, wie es ist unter „Gartenfreunden“. („Früher“, erzählt uns Herr Wuttke, „früher waren wir Gartenfreunde, und dann nannte man uns auf einmal Parzellanten. Ich bin doch kein Parzellant!“)

Der Zwerg hat mittlerweile etwas entdeckt: „Mama, hier gibt es eine Kinderschubkarre. Den Garten will ich haben!“
Der Mann sieht den glänzenden, laut Herrn Wuttke fast neuen Grill, ich sehe den Ampelsonnenschirm von gigantischen Ausmaßen, unter dem es sich im Hochsommer sicherlich wunderbar im Liegestuhl lesen lässt.
Herr Wuttke gibt den Kleingarten aus gesundheitlichen Gründen auf. „Ich brauche nichts mehr von dem ganzen Zeug. Geben Sie mir einfach 500 Euro, dann können sie alles so übernehmen.“
Handschlag mit Herrn Wuttke, Terminvereinbarung mit der Vermietungsfrau, dass wir den Vertrag am 2. Februar unterschreiben.
Wir haben jetzt (noch nicht ganz offiziell, ich weiß) einen vollfunktionierenden Schrebergarten. Dazu gehören: Rasenmäher, Grill, Vertikutierer (da weiß ich noch nicht so genau, was das ist), eine Kinder- und eine Erwachsenenschubkarre, ein komplett ausgestatteter Schuppen von der Harke bis zur Schraube, Geschirr in den Küchenschränken, Gasherd und Kühlschrank, Gartenmöbel und und und. Ach ja, den Ampelsonnenschirm nicht zu vergessen, in den ich große Erholungshoffnungen setze.

Als wir wieder zu Hause sind, kann ich es kaum erwarten, endlich anzufangen. Aber es ist Mitte Januar, und die Frostphase steht uns in diesem Winter erst noch bevor. Bis wir wirklich etwas tun können, werde ich wohl mal die örtliche Bibliothek besuchen und mir ein paar Gartenbücher besorgen. Schließlich ist mein Gartenwissen nicht annähernd so gut bestückt wie unser neuer Kleingarten.

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